i.s.i. Innovationspreis

i.s.i. Innere Schulentwicklung Innovationspreis 2014 in der Schulgattung Grundschule

An diesem Schulwettbewerb können alle bayerischen Schulen teilnehmen. In jeder Schulart wird ein mit 5.000,00 € dotierter Preis vergeben. Der i.s.i. - Innere Schulentwicklung Innovationspreis gilt als Gütesiegel für systematische und nachhaltige Schulqualität und Innovationsfreude und zeichnet Schulen aus, die sich engagiert dafür einsetzen, in einem konsequenten Prozess die Qualität von Unterricht und Erziehung nachhaltig zu verbessern und den Mut aufbringen, neue Wege zu beschreiten.

Die Grundschule München, Ichostraße 2 hat in ihrer Bewerbung den Schwerpunkt auf das hauseigene spezifische Icho-Ganztagskonzept gesetzt.

 

Die Bewerbungs- und Nominierungsphase - eine spannende Zeit für die Schulfamilie

In den Sommerferien 2013 wurde von vielen Mitgliedern der Schulfamilie an der Bewerbung für den i.s.i. Innere Schulentwicklung Innovationspreis 2014 in der Schulgattung Grundschule gefeilt. Die Freude war riesengroß, als wir erfuhren, dass wir von der Vorjury als eine von drei oberbayerischen Schulen ausgewählt wurden, die in die engere Auswahl für den regionalen Grundschul-i.s.i. Oberbayern 2014 kamen. Am 21. November 2013 war der Besuch der Vorjury vor Ort. Die  Vorjurymitglieder (Ltd. RSchDin Frau Blank, Rektorin Frau Hollweg und Rektorin Frau Weber) machten sich bei einer großen Schulversammlung mit allen Schülerinnen und Schülern, zahlreichen Interviews mit diversen Mitgliedern der Schulfamilie sowie diversen Unterrichtsbesuchen ein umfassendes Bild unserer Erziehungs- und Unterrichtsarbeit. Am 12. Dezember 2013 war es dann endlich so weit. In der Regierung von Oberbayern fand erstmalig die Verleihung des regionalen Grundschul-i.s.i. statt. Hier konnten sich die letzten drei Schulen nochmals präsentieren. Bei der spannenden Veranstaltung betonte die leitende Regierungsschuldirektorin Frau Blank, dass der Wandel der Icho-Grundschule zu einem Musterbeispiel einer Ganztagesschule in kürzester Zeit am meisten beeindruckt hat. Das Icho-Team freute sich grenzenlos über den 1. Platz und ein Preisgeld von 1.000,00 €.

 

In einer außerordentlichen Schulversammlung am Tag darauf feierte die gesamte Schulgemeinschaft diesen Sieg. Von den sieben Siegerschulen der bayerischen Regierungsbezirke wurden dann von der Hauptjury nochmals drei Schulen für den bayernweiten Schulinnovationspreis in der Schulgattung Grundschule nominiert. Als eine der 7 Siegerschulen aller bayerischen Regierungsbezirke nochmalig in die Endausscheidung nominiert zu werden, war dabei schon eine sehr große Ehre.

Am 12. Februar 2014 kam dann die Hauptjury für den Grundschul-i.s.i. 2014 zu einem Schulbesuch. Bei einer großen Schulversammlung mit allen Schülerinnen und Schülern, zahlreichen Interviews mit diversen Mitgliedern der Schulfamilie sowie diversen Unterrichtsbesuchen machte sich die Hauptjury bestehend aus Frau Beck (Landeselternverband), Frau Geiger (Rektorin), Frau Wilhelm (Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst), Frau Ziegler (Projektleiterin vom Bildungspakt Bayern und Herr Reich (Firma Audi) ein umfassendes Bild unserer Erziehungs- und Unterrichtarbeit.

 

Am 30. April 2014 war dann die i.s.i.-Preisverleihung im Literaturhaus am Salvatorplatz.

Hierzu der Link zu den Laudationes für die i.s.i. nominierten Schulen 2014 in der Kategorie Grundschulen: http://www.bildungspakt-bayern.de/fileadmin/user_upload/bilder/projekte/i.s.i/i.s.i._2014/isi-Laudationes_2014-GS-Pr.pdf

Für die Nominierung zum bayernweiten Grundschul-i.s.i. bekamen wir neben Urkunden nochmalig ein Preisgeld von 1.000,00 €.

Diese spannende, aber auch sehr zeit- und energieintensive Zeit hat die Schulfamilien noch weiter zusammengeschweißt.

Wir sind stolz, dass unsere gemeinsame Arbeit eine derartige Anerkennung findet.

 

Schwerpunkt unserer Bewerbung war das spezifische Icho-Ganztagskonzept

Die Grundschule München, Ichostraße 2 macht sich seit wenigen Jahren auf den Weg zur Ganztagsschule.

Zu Beginn unseres Schulentwicklungsprozesses stand die Frage nach einer notwendigen schulstrukturellen Veränderung im Raum. Es war nötig, unsere Schule an das veränderte Familienbild einer Großstadt anzupassen. Im Schuljahr 2005/2006 besuchten 138 Kinder in 8 kleinen Klassen die Grundschule. Von diesen 138 Kindern waren nur wenige in 3 verschiedenen Horten nachmittäglich untergebracht und lediglich eine handvoll Kinder in der bereits existierenden Mittagsbetreuung bis 13.00 Uhr. Eine Abfrage in der Elternschaft zeigte jedoch sehr deutlich, dass viele Eltern einen Ganztagsbetreuungsplatz für ihr Kind in Anspruch nehmen würden. So wurde nach der Schließung des Hortes an der Grundschule Ichostraße im Schuljahr 2006/2007 ein Tagesheim zunächst mit 60 Plätzen initiiert und das Platzangebot in den letzten Schuljahren sukzessiv erweitert. Derzeit können wir 210 Tagesheimplätze anbieten. Optional meistern 82 % aller Kinder ihren Alltag hier von 07.00 Uhr und bis 17.30 Uhr und das auch in den Ferien. Im Zuge dieser strukturellen Veränderung wurde auch das Angebot der Mittagsbetreuung als Elterninitiative in den letzten Jahren immer weiter ausgebaut. Mittlerweile gibt es an unserer Schule 3 Mittagsbetreuungsgruppen. 16 % unserer Schülerschaft besucht dieses „offene“ Ganztagsangebot. Seit September 2013 wird nun auch erstmalig eine erweiterte Mittagsbetreuungsgruppe bis 15.30 Uhr angeboten.

 

Seit dem Schuljahr 2011/2012 bietet die Schule ein gebundenes Ganztagsklassenangebot in Form von IPS-Klassen an. Die „Innovative Projektschule“ ist ein Mo­dell­versuch mit einem integrierten Ganz­tags­kon­zept für Grundschule und Ta­ges­heim. Unterrichts-, Übungs- und Freizeit­ange­bo­te sind dabei rhythmisiert auf den Vormittag und Nachmittag verteilt. Die Innovative Projektschule wurde auf Initiative der Landeshauptstadt München in Kooperation mit dem Bayerischen Staats­minis­te­rium für Unterricht und Kultus ins Leben gerufen.

Im September 2011 wurde an der Icho-Grundschule eine 1. Klasse als erste IPS-Klasse eingeschult. Diese Klasse wird nach dem hauseigenen Ganztagskonzept bis Ende der 4. Jahrgangstufe unterrichtet werden. In den folgenden Jahren ist dieser IPS-Zweig ausgebaut worden, so dass zum Schuljahr 2014/2015 in jeder Jahr­gangs­stu­fe eine IPS-Klasse etabliert sein wird.

Folgendes Schaubild, das die prozentuale Entwicklung des Betreuungsangebots für die Icho-GrundschülerInnen seit Beginn des Schulentwicklungsprozesses bis zum aktuellen Schuljahr 2013/2014 aufzeigt, macht die strukturelle Anpassung der Icho-Grund­schule an das veränderte Familienbild deutlich. „Mibe“ steht für die Eltern­ini­tia­ti­ve der Mittagsbetreuung und „Sonstige“ steht für Heimgehkinder sowie Kinder, die von Personen, die im Sprengel wohnen, betreut werden bzw. eine heilpädagogische Ta­ges­stätte besuchen.

 

Wo steht die Icho-Grundschule mit dem Ganztagskonzept jetzt?

In unserem Verständnis stellt unsere Grundschule als Dienstleistungsbetrieb ein breites Betreuungsspektrum für die Eltern zur Verfügung. Unsere Bildungs- und Erziehungs­partner wählen selbst das ihren Bedürfnissen entsprechende Betreuungsangebot aus, welches jährlich durch die stattfindenden Befragungen durch den Sachaufwandsträger und unsere internen Abfragen ständig evaluiert wird.

Neben dem Wunsch nach größtmöglichem Bildungs- und Lernerfolg der Kinder spielt die Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, aber auch die Entlastung durch den Wegfall der Betreuung von Hausaufgaben zu Hause eine große Rolle bei der Wahl unseres Ganztagskonzeptes.

Unsere Ganztagsschule hat sich in viele unterschiedliche Richtungen geöffnet: Das Lehrer- und Erzieherteam setzt sich mit einem neuen Verständnis von Lernen auseinander, denn unser Ganztagsangebot bietet viel mehr als nur „mehr Zeit“. Unser multiprofessionelles Team besteht aus LehrerInnen, ErzieherInnen, JugendsozialarbeiterIn an Schulen und anderen pädagogischen MitarbeiterInnen. Ein rhythmisierter Tagesablauf, der die Verzahnung von Vor- und Nachmittag beinhaltet, wird durch im multiprofessionellen Team erarbeitete Arbeits- und Organisationspläne perfektioniert. Übergänge zwischen unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Angeboten werden fließend gestaltet.

Jede IPS Klasse hat zusätzlich zur KlassenlehrerIn eine weitere Lehrkraft mit 12 Unterrichtsstunden pro Woche. Das ermöglicht den beiden LehrerInnen fallweise, die Klassen zu teilen und in Kleingruppen à 12/13 Kindern zu arbeiten. So kann auf das einzelne Kind viel besser eingegangen werden. Diese Teamarbeit setzt sich in der Zusammenarbeit mit den ErzieherInnen des Tagesheims fort. Sie übernehmen z.B. die Betreuung der Schüler während des Mittagessens, der Mittagsfreizeit sowie der Intensiven Übungszeit. Mit einem breiten Spektrum zusätzlicher Projekte von Externen Partnern wie Gesundheit & Ernährung, Nachhaltigkeit, Yoga, Theatergruppe, Rhyth­mik, etc. wird der Ganztagsunterricht rhythmisiert und aufgelockert. Trotz der Pro­gramm­vielfalt achten wir besonders darauf, dass genügend Freiraum für Eigen­akti­vi­täten bleibt und die Kinder soziale Kontakte knüpfen und entfalten können. Hier ge­lingt auch vermehrt Integration und Inklusion, die für jede Schule eine besondere Heraus­for­de­rung darstellen.

 

Das folgende Schaubild stellt die prozentuale Entwicklung der Ganztagsbetreuung im „offenen“ und gebundenen Ganztag seit Einführung des IPS-Zweiges im Schuljahr 2011/2012 und den geplanten Ausbau im nächsten Schuljahr 2014/2015 dar:

 

Wie geht es mit dem Ganztagskonzept der Icho-Grundschule weiter?

Stetes Hauptaugenmerk unserer Arbeit ist die kontinuierliche Weiterentwicklung des „offenen“ und gebundenen Ganztagsbetreuungsangebotes, das durch das Tagesheim und die erweiterte Mittagsbetreuung nachhaltig gewährleistet ist. Gemeinsam im Er­zieher-, Betreuer- und Lehrerteam erstellte Konzepte, wie beispielsweise das Haus­­aufgabenkonzept, sollen weiter perfektioniert werden.

Mit dem Ausbau des gebundenen Ganztagsangebotes in Form von jeweils 2 Klassen je Jahrgangsstufe wird im Schuljahr 2014/2015 begonnen.

Bis zum Schuljahr 2017/2018 sollen 200 Schülerinnen und Schüler in 8 gebundenen Ganztagsklassen in Form von IPS unterrichtet werden, was bedeutetet, dass alle Tagesheimplätze für den gebundenen Ganztag benötigt werden.

Die verbleibenden vier Regelklassen werden bis zum Schuljahr 2017/2018 offene Ganztagsklassen.